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Übersetzer, die ihr Geld nicht wert sind

September 23rd, 2004, 16:52

Da les ich nun mein Geburtstagsgeschenk mit Freuden, bin bei der dritten Episode/Geschichte - und was muß ich feststellen? Also entweder ham die Jungs von Bastei Lübbe mittendrin den Übersetzer gewechselt oder aber die Sachen sind alle von verschiedenen Leuten ins Deutsche übertragen worden - jedenfalls: grauslige Fehlübersetzungen noch und nöcher, die den Autoren wie einen Idioten wirken lassen.

Beispiel #1: S. 252, ab Zeile 9 (von oben):

Das einzige Gesetz ist der Ehrenkodex des Helden, ein grober Standard, der mit einer ebenso grober Gerechtigkeit durchgesetzt wird. Dennoch weist die kzinntische Kultur eine Identität und Stabilität auf, von der die menschliche bei Weitem übertroffen wird. Sie besaßen schon eine einheitliche Sprache und Weltregierung, als die menschliche Kultur noch aus Höhlenmalerei bestand.

Okay, so weit so gut. Solche fiesen Schnitzer (fett hervorgehoben) - d.h. Wortvertauschungen, die den Sinn völlig ins Hannebüchene bzw. Paradoxe ziehen - habe ich bis dato im ganzen Buch nicht gefunden. Was ist passiert? War der Lektor zu doof, um die Sätze nachträglich zu korrigieren? Ist der Übersetzer beim Übersetzen eingepennt? … *ans-hirn-greif*

Solche Idiotereien versauen einem richtig die Lust am Lesen - sicher, ich lese manche Dinge auch manchmal mehrfach, weil der Wortwitz nicht ohne weiteres zu verstehen ist, aber wo war da bitte irgendwo auch nur ein Hauch davon versteckt?

Hier mal kurz die korrigierte Fassung:

Das einzige Gesetz ist der Ehrenkodex des Helden, ein grober Standard, der mit einer ebenso grober Gerechtigkeit durchgesetzt wird. Dennoch weist die kzinntische Kultur eine Identität und Stabilität auf, welche die der menschlichen bei Weitem übertrifft. Sie besaßen schon eine einheitliche Sprache und Weltregierung, als die menschliche Kultur noch aus Höhlenmalerei bestand.

Ein weiteres, kleineres Beispiel #2 ein paar Seiten vorher (S. 239, ab Zeile 7):

“Wo komme ich ins Spiel?”, fragte sie.
“Ich hätte noch ein viertes Szenario. Vielleicht wurde Miranda von einem Kzin ermordert, der eine Verbindung zu ihr besaß. Was, wenn sie zuviel wusste?”
“Worauf wollen Sie hinaus?” Ich hatte sie gepackt.
“Nun, wir haben fünfzigtausend Kzinti auf der Station. (…)”
Sie wirkte nicht übermäßig beeindruckt. “Wir wissen, dass sie ein Spionagenetz betreiben, aber dahinter steckt nicht viel. (…)”

Wer spricht hier also mit wem? Warum hat der Erzähler sie - seine Stellvertreterin - gepackt?
Nach ein bisschen Nachdenken bin ich darauf gekommen, dass dies wohl ein lustiger Schnitzer unseres unbekannten Übersetzers sein muß. Richtig wäre folgendes gewesen:

“Ich hätte noch ein viertes Szenario. Vielleicht wurde Miranda von einem Kzin ermordert, der eine Verbindung zu ihr besaß. Was, wenn sie zuviel wusste?”
“Worauf wollen Sie hinaus?” Es hatte sie gepackt.

Was so ein kleines Wort alles ausmachen kann!?! *kopfschüttel*

Braindeadly, Bookworm .303 | Comments Jump to the top of this page

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